Aktuelles

Neuregelung Minijobs ab 2013: 

Außer der Verdienstgrenze ändert sich auch die Regelung zur Rentenversicherung: Neu abgeschlossene Minijobs sind ab 2013 rentenversicherungspflichtig 

Das wird viele Nebenjobber freuen: Ab Januar 2013 dürfen Minijobber statt bisher 400 Euro 50 Euro mehr im Monat abgabenfrei hinzuverdienen – so hat es der Bundestag beschlossen. Die Geringfügigkeitsgrenze, die zehn Jahre lang unverändert bei 400 Euro lag,  wurde entsprechend auf 450 Euro angehoben; im Klartext heißt das, dass das regelmäßige monatliche Einkommen zukünftig 450 Euro betragen darf.

Mit der Neuregelung ändert sich übrigens auch die Verdienstgrenze für die so genannten Midijobs: Statt bisher maximal 800 Euro können ab 2013 850 Euro monatlich verdient werden, ohne dass diese Jobs in voller Höhe sozialversicherungspflichtig werden.

Rentenversicherung und Minijob: 450-Euro-Jobs rentenversicherungspflichtig

Mit der Neuregelung hat sich außer der höheren Verdienstgrenze auch die Regelung zur Rentenversicherung bei Minijobs geändert. Denn Minijobs sind ab Januar 2013 standardmäßig rentenversicherungspflichtig – das gilt für alle Beschäftigungsverhältnisse auf 450-Euro-Basis, die ab 2013  neu begonnen werden. Das bedeutet, dass der Minijobber zum pauschalen Rentenversicherungsbeitrag des Arbeitgebers (15 %) die Differenz zum Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung zuzahlt – ab 2013 sind das 3,9 %. Im Gegenzug erwirbt der Nebenjobber die Vollmitgliedschaft in der Rentenversicherung und damit u.a. vollwertige Pflichtbeitragszeiten.

Wer dagegen (so wie es bei den vor 2013 geschlossenen Minjob-Verhältnissen die Regel ist) das Gehalt aus dem Nebenjob brutto für netto, also ohne den Abzug von Abgaben ausgezahlt bekommen möchte, muss die Befreiung von der Versicherungspflicht gesondert beantragen.

Was bedeutet das für Sie als Arbeitnehmer mit einem bereits bestehenden Minijob-Verhältnis?

Sie bleiben in der Rentenversicherung auch weiterhin beitragsfrei, es sei denn, Sie stocken die Rentenversicherungsbeiträge bereits freiwillig auf. Wenn allerdings Ihr Arbeitgeber den Verdienst für Ihren Minijob im neuen Jahr auf 450 Euro erhöht, dann gilt auch für dieses „alte“ Arbeitsverhältnis das neue Recht. Der Minijob wird rentenversicherungspflichtig und entsprechend wird von Ihnen der Differenzbetrag bis zum vollen Beitrag fällig. Es ist jedoch kein Problem, sich von der neu eingetretenen Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen, indem Sie dies dem Arbeitgeber schriftlich mitteilen.

Unser Tipp zur Rentenversicherungspflicht

Wenn Sie sich unschlüssig sind, ob Sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen sollten (oder umgekehrt bei einem bereits bestehenden Minijob-Verhältnis die Rentenversicherungsbeiträge freiwillig aufstocken sollten), können Sie sich bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung informieren, welche Option Sie persönlich wählen sollten.

 

 

Steuerabkommen Schweiz:

Kapitalerträge deutscher Steuerpflichtiger in der Schweiz sollen in Zukunft wie in Deutschland besteuert werden.

Dafür sollen die Schweizer Zahlstellen eine der deutschen Abgeltungsteuer (derzeit 25%) und dem deutschen Solidaritätszuschlag (5,5% der Abgeltungsteuer) entsprechende Quellensteuer erheben. Dies sieht das von der Bundesregierung als Gesetzentwurf vorgelegte Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Schweizerischen Eidgenossenschaft über Zusammenarbeit in den Bereichen Steuern und Finanzmarkt in der Fassung vom 05.04.2012 vor. Es werde darüber hinaus sichergestellt, dass unversteuerte Kapitalanlagen deutscher Steuerpflichtiger in der Schweiz in Zukunft “einem nicht kalkulierbaren Entdeckungsrisiko” unterliegen.

Erbschaften werden von dem Abkommen ebenfalls erfasst. Auf nach dem Inkrafttreten des Gesetzes anfallende Erbschaften soll eine Steuer von 50% erhoben werden. Auch sei für die Vergangenheit ein Verfahren zur Nachversteuerung bisher unentdeckter unversteuerter Vermögenswerte in der Schweiz “auf Basis realistischer Annahmen in einem pauschalierenden massentauglichen Verfahren” vereinbart worden. Für die Nachversteuerung wird das am 31.12.2010 auf schweizerischen Konten oder Depots vorhandene Kapital zugrundegelegt. Die Nachversteuerung wird von schweizerischen Behörden vorgenommen. Sie erfolgt pauschal und anonym durch eine Einmalzahlung.

Die Bundesregierung erwartet für 2013 Mehreinahmen in Höhe von 1,62 Mrd. Euro.

BFH zur Umsatzsteuer bei Verkäufen über „ebay“

Der Fünfte Senat des BFH hat mit Urteil vom 26.4.2012 (V R 2/11) entschieden, dass beim Verkauf einer Vielzahl von Gebrauchsgegenständen über mehrere Jahre über die Internet-Plattform “ebay” eine nachhaltige, unternehmerische und damit umsatzsteuerpflichtige Tätigkeit vorliegen kann. 

Elektronische Übermittlung von Steuererklärungen:

Die gesetzliche Verpflichtung, Steuerdaten elektronisch ans Finanzamt zu übermitteln, ist erheblich erweitert worden. Waren bisher nur Unternehmer und Arbeitgeber verpflichtet, ihre Steueranmeldungen elektronisch zu übermitteln, müssen ab dem Besteuerungsjahr 2011 auch viele Jahressteuererklärungen elektronisch abgegeben werden.

Einkommensteuererklärung

Alle Bürger, die Gewinneinkünfte erzielen, sind ab der Einkommensteuererklärung 2011 zur elektronischen Abgabe verpflichtet. Hierunter fallen Land- und Forstwirte, Gewerbetreibende und selbstständig Tätige.

Andere Jahressteuererklärungen

Unternehmer und Körperschaften müssen nun auch für die Bereiche Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer ihre Jahreserklärungen elektronisch übermitteln. Gleiches gilt für Feststellungserklärungen.

Erhöhung der Pendlerpauschale ?

Ein Sprecher machte in Berlin deutlich, dass die Pauschale nicht verändert werden müsse. FDP-Generalsekretär Patrick Döring forderte indessen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) erneut auf, eine Anhebung zu prüfen. Döring verwies darauf, dass es sich bei der Pendlerpauschale laut Bundesverfassungsgericht nicht um eine Subvention handele. Vielmehr wolle der Staat damit besonders Arbeitnehmern im ländlichen Raum die Arbeitsaufnahme erleichtern.

Döring hatte erläutert, dass die Pauschale 2004 gesenkt und seither nicht mehr an die Preise angepasst worden sei. “Ein Verfassungsgerichtsurteil schreibt vor, dass die Kosten für die Fahrt zur Arbeitsstätte nicht zu verminderten Nettoeinkünften führen dürfen.” In den vergangenen sieben Jahren seien – im Gegensatz zur Pauschale – die Preise für Benzin und öffentlichen Nahverkehr um etwa 25 bis 30 Prozent gestiegen. Die Pendlerpauschale beträgt zur Zeit 30 Cent pro Entfernungskilometer

Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte:

Arbeitnehmer, die aus beruflichen Gründen zweimal am Tag vom Wohnort zu ihrer Arbeitsstelle fahren, können in ihrer Steuererklärung nur einmal die Entfernungspauschale, die schon für die erste Fahrt gilt, ansetzen. Ein weiterer Werbungskostenabzug ist für die zweite Fahrt nicht möglich. Dies gilt auch für Unternehmer.

Quelle: Hessisches Finanzgericht 21.02.2012

Häusliches Arbeitszimmer als Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit

In zwei Urteilen hat der BFH erstmals zur Neuregelung der Abzugsbeschränkung bei häuslichen Arbeitszimmern entschieden.

Für die Berufsgruppen der Hochschullehrer (Urteil vom 27.10.2011 – VI R 71/10) und Richter (Urteil vom 08.12.2011 – VI R 13/11) bildet danach das Arbeitszimmer (wie bisher) nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung mit der Folge, dass sie die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer auch nach neuem Recht nicht als Werbungskosten abziehen können.

Nachdem das BVerfG das frühere Gesetz gekippt hatte, hat der Gesetzgeber im Jahressteuergesetz 2010 eine Neuregelung geschaffen, die rückwirkend auch in den Streitfällen anwendbar war. Danach können die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abgezogen werden, wenn entweder ein anderer Arbeitsplatz nicht zur Verfügung steht (diese Erweiterung hatte das BVerfG eingefordert) oder wenn (wie bisher) das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen oder betrieblichen Betätigung bildet.

Der BFH geht davon aus, dass es sich hierbei um zwei getrennt voneinander zu beurteilende Tatbestände handelt.

Ein Abzug nach der ersten Variante (wegen fehlenden Arbeitsplatzes) käme in beiden Streitfällen nicht in Betracht, weil beide Kläger einen vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Arbeitsplatz nutzen konnten. Aber auch nach der zweiten Variante (Mittelpunkt) blieb den Klägern der Erfolg versagt.

Der BFH hat entschieden, dass der Mittelpunkt der gesamten Betätigung – wie bisher – qualitativ und unter Berücksichtigung der Verkehrsanschauung zu bestimmen ist. Das gelte jedenfalls, wenn der Steuerpflichtige – wie in den Streitfällen – lediglich eine einzige berufliche Tätigkeit ausübe. Danach sei für den Beruf des Hochschullehrers die Vorlesung in der Universität und für den Richter die Ausübung der rechtsprechenden Tätigkeit im Gericht prägend; beide Tätigkeiten könnten nicht im häuslichen Arbeitszimmer verrichtet werden. Unerheblich sei dagegen, wie viele Stunden der Steuerpflichtige in seinem häuslichen Arbeitszimmer zubringe. 

<Quelle: Juris Nachrichten>

Wichtige Termine Februar 2012: 

Steuertermine Februar 2012:

Umsatzsteuer                  Freitag, 10.02.2012

Lohnsteuer                      Freitag, 10.02.2012

UST/ZM                           Montag, 27.02.2012

Grundsteuer                   Mittwoch, 15.02.2012

Gewerbesteuer              Mittwoch, 15.02.2012

 Termine Sozialversicherung Februar 2012:

 Übermittlung Beitragsnachweis          Donnerstag, 23.02.2012

Fälligkeit SV-Beitrag                             Montag, 27.02.2012

Steuerrechtliche Änderungen zum 01.01.2012

Der Arbeitnehmerpauschbetrag steigt auf 1.000 Euro (vorher 920 Euro). Dies gilt bereits rückwirkend für 2011. Die Anhebung des Pauschbetrags führt dazu, dass über eine halbe Million Arbeitnehmer keine Belege mehr einreichen müssen. Insgesamt ist somit für rund 22 Millionen Arbeitnehmer – etwa 60% aller steuerpflichtigen Arbeitnehmer – kein Einzelnachweis der Werbungskosten in der Steuererklärung mehr erforderlich.

Aufwendungen für die eigene erste Berufsausbildung oder ein Erststudium sind weiterhin Sonderausgaben. Der Höchstbetrag für Sonderausgaben steigt zum 01.01.2012 auf 6.000 Euro (bisher 4.000 Euro). Eine Berücksichtigung als Werbungskosten oder Betriebsausgaben ist in der Regel nicht möglich. Fortbildungskosten (nach dem Abschluss einer ersten Berufsausbildung oder eines Erststudiums) sind als Werbungskosten absetzbar. Das gilt auch für ein Studium im Rahmen eines Dienstverhältnisses.

Die Berechnung der Entfernungspauschale wird einfacher. Bei Nutzung verschiedener Verkehrsmittel müssen die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel nicht mehr für jeden Tag einzeln belegt werden. Ein Nachweis ist nur nötig, wenn diese Kosten höher sind als die Entfernungspauschale für das gesamte Kalenderjahr. Die Entfernungspauschale beträgt für jeden Arbeitstag 30 Cent pro Kilometer.

Eltern können Kinderbetreuungskosten einfacher absetzen – egal, ob die Kinder aus beruflichen oder privaten Gründen betreut werden. Somit können alle Mütter und Väter ihre Betreuungskosten mit der Steuererklärung 2012 geltend machen. Gleichzeitig wird sie einfacher, weil eine von drei Seiten der “Anlage Kind” wegfällt. Insgesamt lassen sich Kinderbetreuungskosten von maximal 4.000 Euro im Jahr absetzen.

Die Einkommensüberprüfung für Kindergeld und Kinderfreibeträge entfällt bei volljährigen Kindern unter 25 Jahren. Das erspart Eltern beim Kindergeldantrag und bei der Einkommensteuererklärung aufwändige Nachweise. Sie bekommen auch dann weiter Kindergeld, wenn ihr Kind während seiner ersten Berufsausbildung oder seines Erststudiums etwas hinzuverdient. Bisher mussten die Eltern nachweisen, dass der Zuverdienst ihrer Kinder nicht mehr als 8.004 Euro im Jahr betrug.

Hinweis: Nach Abschluss der ersten Berufsausbildung oder des Erststudiums gibt es aber nur noch Kindergeld, wenn die Eltern nachweisen, dass die Kinder weiter für einen Beruf ausgebildet werden (z.B. zweite Ausbildung oder Anschlussstudium). Außerdem dürfen sie nicht mehr als 20 Stunden pro Woche erwerbstätig sein. Auch bei geringfügiger Beschäftigung (Arbeitsentgelt maximal 400 Euro/Monat) gibt es auf Nachweis weiter Kindergeld.

<Juris Nachrichten 23.12.2011>

Kosten der Kinderbetreuung ab 2012:

Ab 2012 können mehr Eltern 2/3 der Betreuungskosten bis maximal 4.000 EUR pro Kind nicht nur wie derzeit absetzen, wenn beide Elternteile erwerbstätig sind. Denn auf die persönlichen Anspruchsvoraussetzungen (Erwerbstätigkeit, Krankheit oder Behinderung) kommt es nicht mehr an. Hiervon profitieren insbesondere Eltern, bei denen Vater oder Mutter nicht berufstätig sind. Insoweit kann es sich anbieten, offene Rechnungen der Betreuungseinrichtung erst nach dem Jahreswechsel zu begleichen, wenn derzeit ein Elternteil nicht berufstätig ist.

Lebt der Unternehmer mit einem unverheirateten Elternteil zusammen, kann nur der zahlende Partner Kinderbetreuungskosten absetzen. Daher sollte der besser verdienende Elternteil Rechnungen begleichen und den Vertrag mit dem Kindergarten abschließen. Dies ist genau durchzurechnen. Denn schließt nur ein Elternteil den Vertrag mit der Kindertagesstätte und überweist die Gebühren, kann er die weder vollständig noch anteilig dem anderen Elternteil im abgekürzten Zahlungs- oder Vertragsweg zurechnen.

< 20. Dezember 2011 >

Grundsteuer: Neue Verfassungsklage

Bereits im vergangenen Jahr bemängelte der BFH, dass zur Bemessung der Grundsteuerimmer noch die Einheitswerte aus dem Jahr 1964 bzw. 1935 in den neuen Bundesländern herangezogen werden. Diese Regelung stufte der BFH für Festsetzungen nach dem 1. Januar 2007 als verfassungsrechtlich höchst zweifelhaft ein. Die Berechnung sei nicht mehr mit dem allgemeinen Gleichheitssatz im Grundgesetz vereinbar. Der BFH hält eine allgemeine Neubewertung von Grundstücken für erforderlich.

Gegen das Urteil wurde nun Verfassungsbeschwerde eingelegt (Az. 2 BvR 287/11), mit der u.a. die Verfassungswidrigkeit der Einheitsbewertung gerügt wird.

Grundstücksbesitzer können nun wegen der anhängigen Verfassungsbeschwerde ihre Grundsteuerfestsetzungen offen halten. Das war nach bisheriger Sicht der Finanzverwaltung nicht möglich, denn sie ging davon aus, dass der BFH in seinem damaligen Urteil eben nicht über Verfassungswidrigkeit der Grundsteuer ab 2007 entschieden habe. Die Haltung der Finanzverwaltung hat sich wegen des anhängigen Verfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) inzwischen geändert. Einspruchsverfahren gegen Grundsteuerbescheide können bis zur endgültigen Entscheidung ruhen.

Um gegen Grundsteuerfestsetzungen vorzugehen, gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Gegen Einheitswertfeststellungen oder Grundsteuermessbescheide kann Einspruch eingelegt werden, der sich auf die anhängige Verfassungsbeschwerde bezieht. Aussetzung der Vollziehung wird nicht gewährt, so dass die Grundsteuer zunächst in festgesetzter Höhe zu zahlen ist.

2. In vielen Fällen sind Einheitswertfeststellungen und Grundsteuermessbescheide aber bereits bestandskräftig geworden und damit die Rechtsbehelfsfrist abgelaufen. Dann kann immer noch ein Antrag auf Aufhebung der Einheitswerte oder Grundsteuermessbescheide gestellt werden. Diesen setzt das Finanzamt bis zur endgültigen Entscheidung aus. Besteht der Antragsteller auf eine Entscheidung, ist der Antrag förmlich abzulehnen, wogegen wiederum der Einspruch möglich ist.

 <Quelle: Finanzministerium Baden- Württemberg, Erlass vom 18. April 2011>

Lohnsteuerkarte:

Der Start der elektronischen Lohnsteuerkarte wurde wegen unerwarteter technischer Probleme bundesweit um ein Jahr auf den 1. Januar 2013 verschoben. Gründe hierfür sind Verzögerungen bei der technischen Erprobung des Abrufverfahrens.

Die Papierlohnsteuerkarte gilt länger

Die Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. der vom Finanzamt ausgestellten Ersatzbescheinigung 2011 (Steuerklasse, Kinderfreibeträge, Kirchensteuermerkmal und Freibeträge) gelten bis zum Start des Verfahrens, also auch für das Jahr 2012, weiter. Bei einem Arbeitgeberwechsel muss der Arbeitnehmer – wie bisher auch – dem neuen Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte 2010 bzw. Ersatzbescheinigung 2011 aushändigen.

Was passiert, wenn sich nichts geändert hat?

Haben sich gegenüber den Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. der Ersatzbescheinigung 2011 keine Änderungen ergeben, muss nichts weiter veranlasst werden. Der Arbeitgeber wird dann weiterhin auf Basis dieser Verhältnisse den Lohnsteuerabzug vornehmen.

Was ist zu tun, wenn die Eintragungen auf der Lohnsteuerkarte oder der Ersatzbescheinigung nicht mehr aktuell sind?

Stimmen die auf der Lohnsteuerkarte 2010 bzw. der Ersatzbescheinigung 2011 eingetragenen Lohnsteuerabzugsmerkmale nicht mehr (z. B. zu günstige Steuerklasse oder zu hohe Zahl der Kinderfreibeträge), muss der Arbeitnehmer diese beim Finanzamt ändern lassen. Er erhält dort auf Antrag einen Ausdruck der geänderten Lohnsteuerabzugsmerkmale oder eine neue Ersatzbescheinigung und legt diese seinem Arbeitgeber als Grundlage für den Lohnsteuerabzug vor.

Wie wird der Arbeitgeber über Änderungen ab 2012 informiert?

Nur wenn dem Arbeitgeber die aktuellen Informationen vorliegen, kann er die Lohnsteuer richtig berechnen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Arbeitgeber zu informieren. Die Finanzämter empfehlen:

Grundsätzlich kann das im Herbst 2011 versandte Informationsschreiben des Finanzamts über die erstmals elektronisch gespeicherten Daten für den Lohnsteuerabzug (ELStAM) ab 01.01.2012 dem Arbeitgeber des ersten Dienstverhältnisses vorgelegt werden. Wichtig ist, zuvor zu prüfen, ob die darin enthaltenen Angaben richtig sind. Ferner ist zu beachten, dass das Informationsschreiben – mit Ausnahme des Pauschbetrages für behinderte Menschen und für Hinterbliebene – keinen Freibetrag ausweist.

Stimmen diese Angaben im vorgenannten Informationsschreiben nicht oder soll ab 2012 ein neu beantragter Freibetrag berücksichtigt werden, sollte dem Arbeitgeber des ersten Dienstverhältnisses ein Ausdruck der ab 2012 gültigen ELStAM vorgelegt werden. Sofern dieser nicht vorliegt, wird er vom zuständigen Finanzamt auf Antrag ausgestellt.

Dem Bürger entstehen keine Nachteile

Sofern in 2012 ein unzutreffender Lohnsteuerabzug vorgenommen wurde, kann dies im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung 2012 korrigiert werden. Wer beispielsweise als Berufspendler den Aufwand für den Weg zur Arbeit als Freibetrag erstmals ab 2012 beantragt hat, dem Arbeitgeber diese Information aber nicht mitteilt, hat zwar zunächst netto weniger „im Portemonnaie“. Mit Abgabe einer Steuererklärung für das Jahr 2012 wird allerdings der zutreffende Steuerbetrag berechnet und ggf. zuviel einbehaltene Lohnsteuer erstattet.

Bitte beachten!

Ist der bislang geltende Freibetrag zu hoch – z.B. wenn im Jahr 2012 Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte entfallen – kann es im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung 2012 zu einer Nachzahlung kommen. Um dies zu vermeiden, sollten Änderungen der persönlichen Verhältnisse dem Finanzamt mitgeteilt und dem Arbeitgeber ein Ausdruck mit den neu gültigen Freibeträgen vorgelegt werden.

Berufseinsteiger

Für alle Berufseinsteiger stellt das Finanzamt bis zum Start des elektronischen Verfahrens – wie bisher – auf Antrag eine Ersatzbescheinigung aus. Diese ist dem Arbeitgeber vorzulegen.

Ausbildungsbeginn in 2012:

Die Vereinfachungsregelung für Auszubildende gilt auch im Kalenderjahr 2012. Das bedeutet: Ledige Auszubildende, die im Kalenderjahr 2012 ein Ausbildungsverhältnis als erstes Dienstverhältnis beginnen, benötigen keine Ersatzbescheinigung. Der Ausbildungsbetrieb kann die Lohnsteuer nach der Steuerklasse I berechnen, wenn der Auszubildende seine Identifikationsnummer, sein Geburtsdatum sowie die Religionszugehörigkeit mitteilt und gleichzeitig schriftlich bestätigt, dass es sich um das erste Dienstverhältnis handelt. Für Auszubildende, für die im Jahr 2011 die Vereinfachungsregelung bereits angewandt wurde, gilt diese weiterhin.

<Quelle: Bundesfinanzministerium>

Haushaltsnahe Handwerkerleistungen:

Wenn Sie z. B. Ihr Bad renovieren lassen, Waschmaschine oder PC repariert werden müssen oder Sie Ihr Dach neu decken lassen, sollten Sie diesen Steuerbonus für sich nutzen: In den Jahren 2010 und 2011 werden Instandhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit 20 % der Kosten von maximal 6.000 € vom Fiskus bezuschusst. Das bedeutet – unabhängig davon, ob Sie Eigentümer oder Mieter sind: Wenn Sie solche Handwerkerleistungen in Auftrag geben, erhalten Sie bis zu 1.200 € als direkten”Zuschuss”vom Staat.

Wenn Ihr Handwerker auch das Material liefert, bitten Sie ihn, die Rechnung entsprechend aufzuteilen und die Lohnkosten getrennt auszuweisen. Denn begünstigt sind nur die reinen Lohn-, nicht aber die Materialkosten.

Wichtig ist außerdem: Sie müssen Ihre Zahlungen durch einen Beleg Ihrer Bank oder Sparkasse nachweisen. Zahlen Sie auf keinen Fall bar – dann ist die Steuerermäßigung dahin! Sie brauchen eine offizielle Rechnung von Ihrem Dienstleister oder Handwerker.